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Derry Bogside Northern Ireland

Als ich Anfang der 80iger Jahre zum ersten Mal „Sunday Bloody Sunday“ von U2 hörte, hätte ich (natürlich) nicht im Traum daran gedacht, dass ich fast 30 Jahre später die Gelegenheit bekommen sollte, für ein paar Monate in Derry leben und arbeiten und eine Woche nach meiner Ankunft am „Bloody Sunday march“ teilnehmen zu können. Auf diesen Marsch werde ich noch weiter unten detaillierter eingehen. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich in einem kleinen Land namens DDR aufgewachsen bin, der Mauerfall zu diesem Zeitpunkt noch weit in der Ferne lag und für mich Nordirland unerreichbar war. Auch war es in der DDR schwierig, an Informationen über das „kapitalistische Ausland“, bzw. über die ideologisch als „Klassenfeind“ verstandenen Staaten heranzukommen. Und somit musste man sich allein auf die Berichterstattungen des „Westfernsehens“ verlassen, die aber auch nicht immer besonders sachlich waren, da sie die Dinge eher aus der britischen Sicht betrachteten, wie ich heute weiß.

Sunday Bloody Sunday“ von U2 brachte mich damals dazu, mich mehr mit den Geschehnissen am 30. Januar 1972 in Derry zu beschäftigen, bei denen bei einer Demonstration für Bürgerrechte 14 unbewaffnete Menschen von Soldaten des British Parachute Regiments erschossen und 13 weitere angeschossen wurden. Wozu der britische Premierminister David Cameron übrigens erst am 15. Juni 2010 Stellung nahm und im Namen der Regierung um Verzeihung für die Taten der britischen Soldaten bat. Er nannte den Einsatz „unjustified and unjustifiable“ (ungerechtfertigt und nicht zu rechtfertigen). Auch die düstere Beschreibung des Zustands von Belfast während der „Troubles“ in „Belfast Child“ von den „Simple Minds“ und „The Cranberries“, die sich in „Zombie“ ebenfalls mit dem Nordirlandkonflikt auseinandersetzen, hatten mich damals neugierig auf dieses Land gemacht.

Was wirklich passierte, bzw. die Hintergründe des Nordirlandkonflikts, habe ich erst während meines ersten Aufenthalts in Derry begriffen. Auch deswegen, weil ich das Glück hatte, bei einer Gastfamilie in der Bogside zu leben. Dadurch lernte ich viele interessante Menschen kennen, deren Geschichte und deren Schicksale eng mit den „Troubles“ und dem „Bloody Sunday“ verwurzelt sind. Viele haben Angehörige und Freunde verloren und sind geprägt von dieser Zeit.

D

erry ist eine sehr gastfreundliche und mittlerweile sehr sichere Stadt, für Einwohner und Touristen attraktiv und durchaus einen Besuch wert. Vorbei sind die Zeiten, in denen Derry von Checkpoints und Polizeistationen geprägt war und als „Unruheprovinz“ galt. Ich hatte und habe immer wieder eine unglaublich schöne Zeit in Derry und Nordirland. Die Menschen in Derry sind sehr herzlich und ehrlich. Und wenn man sich für ihre Geschichte interessiert, so wie ich, kann man sehr viel über diese Menschen erfahren.

Derry bietet eine einzigartige Kombination aus Geschichte und Kultur. Die wunderschöne Altstadt zum Beispiel mit vielen Pubs und Bars. Im „Peadar O’Donnells“ trifft man viele „locals“, mit denen man schnell ins Gespräch kommt … super Stimmung, tolles Ambiente! Gleich nebenan in „Tracys Bar“ kann man fast jeden Tag live traditionelle irische Musik hören. Man sollte dies aber während der Woche genießen, da am Wochenende, speziell Sonnabends „Ausnahmezustand“ herrscht und man von der Musik nicht allzu viel mitbekommt 😉 In der Woche allerdings sind die Pubs nicht so überfüllt und man kann sich auch durchaus schon mal mit seinem Pint an den Tisch der Musiker setzen und die Musik hautnah genieße

The Craft Village Derry

“The Craft Village”

Peadar O'Donnell's, in Derry

“Peadar O'Donnell's”

MMan sollte auch unbedingt den historischen Stadtkern umrunden, auf der letzten vollständig erhaltenen Stadtmauer (The Derry Walls) Irlands. Sie umschließt vollständig den historischen Stadtkern und man braucht dafür ca. eine dreiviertel Stunde (2 km). Alle Straßen laufen im Hauptplatz „The Diamond“ zusammen. Gleich in der Nähe befindet sich das „Craft Village“, eine kleine versteckte kulturelle Oase mitten in der Stadt. Als Rekonstruktion einer Straße aus dem 18. Jahrhundert und eines Platzes aus dem 19. Jahrhundert bietet das Craft Village eine Mischung aus Kunsthandwerksläden, Wohnungen mit Balkonen, Restaurants und Cafés. Dort gibt es auch einzigartige Geschenke lokalen Handwerksbetrieben, die im „Craft Village“ ansässig sind.
Im 2006 neu erbauten „Tower Museums“ kann man mittels modernster Technik erfahren, wie geschichtsträchtig Derry ist. Dort gibt es 2 Dauerausstellungen. „Die Geschichte von Derry“, erzählt die farbenfrohe und dramatische Geschichte der Stadt von der frühesten Vorgeschichte bis zur Gegenwart und „Ein Armada-Schiffswrack – La Trinidad Valencera“ erzählt die Geschichte eines der größten Schiffe der spanischen Armada, der La Trinidad Valencera, das 1588 vor der Küste Donegals sank und 1971 von Tauchern des City of Derry Sub-Aqua Clubs wiederentdeckt wurde.

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