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Leben bei einer Gastfamilie – Praktikum

Ich wurde von Anfang an als „vollwertiges“ Familienmitglied in meiner Gastfamilie aufgenommen und alle waren sehr bemüht mir die Eingewöhnung so leicht wie möglich zu machen. Ich fühlte mich vom ersten Tag an zu Hause. Was auch Moira, meiner Gastmutter, zu verdanken war.
Die Menschen in der Bogside sind sehr herzlich und ehrlich. Und wenn man sich für ihre Geschichte interessiert, so wie ich, kann man sehr viel über diese Menschen erfahren. Deswegen und nicht zuletzt weil man seine Englischkenntnisse enorm verbessern kann, da man nicht in Versuchung kommt bzw. keine Gelegenheit hat Deutsch zu sprechen, würde ich jedem empfehlen der die Chance hat in einer Gastfamilie zu leben, dies zu tun. Ihr müsst bedenken, wenn ihr zusammen mit anderen Studenten in einer Wohngemeinschaft lebt, dass diese vielleicht das gleiche Sprachlevel haben wie ihr, keiner da ist der euch korrigiert und ihr die gleichen Fehler (z.B. Grammatik) immer wieder macht und im Endeffekt nach 3 Monaten nicht viel dazu gelernt habt. Im schlimmsten Fall wohnt ihr mit Landsleuten zusammen und redet in eurer Freizeit nur in eurer Muttersprache. Die Leute von der Foyle Language School in Derry die sich um die Organisation der Gastfamilien kümmern, schließen dies aus, indem sie nie zwei Studenten aus dem gleichen Land in eine Gastfamilie vermitteln.
Ihr solltet Euch aber auch im Klaren sein, dass ihr keinen Urlaub macht und somit auch nicht mit dem Standard eines Hotelzimmers rechnen könnt. Ich habe keine schlechten Erfahrungen z.B. im Bezug auf Unterkunft, Essen etc. gemacht. Man muss halt unvoreingenommen und offen gegenüber der anderen Kultur sein, dann hat man auch die Chance Land und Leute kennenzulernen und seinen Horizont zu erweitern.
Außerdem wird auch das Praktikum von der „Foyle Language School“ organisiert. Ich arbeitete nach meinem 3-wöchigen Sprachkurs als Grafiker in einer Werbeagentur. Dort durchlief ich mehrere Abteilungen und hatte so einen guten Einblick in einen etwas anderen Arbeitsalltag. Der große Unterschied zu Deutschland war die entspannte und humorvolle Atmosphäre. Gearbeitet wurde genauso viel wie in Deutschland, aber die Fehlerquote z.B. war sehr gering, da man keinen „Druck“ hatte und der Chef selbigen nicht „raus hängen“ ließ. Ich kenne das durchaus auch anders.

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