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Ein paar Worte zu Derry

Derry is not everyone’s cup of tea…

Moira´s Vater sagte einmal zu mir:“Derry is not everyone’s cup of tea“, meint soviel wie „Derry ist nicht jedermanns Sache“. Ich kann jedenfalls sagen, dass mich diese Stadt begeistert hat, ich mich sehr wohl gefühlt habe und sehr viele interessante Menschen aus aller Welt kennen gelernt habe.

Derry (Irisch: Doire oder Doire Cholm Chille, Eichenhain von Colm Cille, oder des heiligen Columcille), oft auch the “Maiden City” (die „jungfräuliche Stadt“) nó “Walled City” genannt, ist die zweitgrößte Stadt (etwa 100.000 Einwohner) Nordirlands (viertgrößte Irlands) und war unter anderem Schauplatz des tragischen “Bloody Sunday” 1972, wo bei einer Demonstration für Bürgerrechte 14 unbewaffnete Menschen von Soldaten des British Parachute Regiments erschossen und 13 weitere verletzt wurden. Derry ist eine sehr gastfreundliche und mittlerweile sehr sichere Stadt, für Einwohner und Touristen attraktiv und durchaus einen Besuch wert. Vorbei sind die Zeiten in denen Derry von Checkpoints, “No-Go-Areas” und Polizeistationen geprägt war und als “Unruheprovinz” galt.

Derry hat zum Beispiel die letzte vollständig erhaltene Stadtmauer Irlands, die zu den besterhaltenen Stadtbefestigungen in Europa gehört. Man braucht ca. eine dreiviertel Stunde (2 km) um den historischen Stadtkern zu umrunden den die Stadtmauer umschließt. Alle Straßen laufen im Hauptplatz „The Diamond“ zusammen. Auch sollte man das das „Craft Village“ besuchen, das wie ein mittelalterliches Dorf, mitten in der Stadt, wirkt. Außerdem ist Derry eine der geschichtsträchtigsten Städte Irlands, was man auch bei einem Besuch des im 2006 neu erbauten „Tower Museums“ mittels modernster Technik erfahren kann.
Die wirklichen Sehenswürdigkeiten der jüngeren Geschichte Derry’s befinden sich im Stadtviertel Bogside (Irisch: Taobh an Bhogaigh). Man kann dort anhand der vielen Murals (politischen Wandgemälde) die Geschichte des Viertels während des Nordirlandkonflikts betrachten. Eines der bekanntesten und das erste Mural der „Bogside Artists“ ist sicherlich das in schwarz-weiß gehaltene „The Petrol Bomber". Es wurde 1994 zum 25-jährigen Jubiläum der „Battle at the Bogside“ fertiggestellt und zeigt einen Jungen mit Gasmaske, der einen Molotow-Cocktail in den Händen hält. Clive Limpkin fografierte den Jungen im August 1969 während der „Battle of the Bogside". Die tragische Geschichte dahinter habe ich im „Free Derry Museum“ erfahren. Die Kinder wollten sich mit  Gasmasken aus dem Zweiten Weltkrieg vor dem Tränengas schützen und waren sich nicht bewusst, dass sie damit die Wirkung in Wirklichkeit nur erhöht haben. Wenn man mehr über die „Troubles“, das Leben in dieser Zeit und dem „Bloody Sunday“ erfahren möchte, sollte man unbedingt das „Free Derry Museum“ im Glenfada Park besuchen.
Derry hat eine sehr schöne Altstadt mit vielen Pubs und Bars. Im „Peadar O’Donnells“ zum Beispiel (hier trifft man viele „locals“ mit denen man schnell ins Gespräch kommt…super Stimmung, tolles Ambiente!) und gleich nebenan in „Tracys Bar“ kann man fast jeden Tag live traditionelle irische Musik hören. Man sollte dies aber während der Woche genießen, da am Wochenende, speziell Sonnabends „Ausnahmezustand“ herrscht und man von der Musik nicht allzu viel mitbekommt 😉 In der Woche allerdings sind die Pubs nicht so überfüllt und man kann sich auch durchaus schon mal mit seinem Pint an den Tisch der Musiker setzen und die Musik hautnah genießen. Wer mehr auf Rockmusik steht, ist in „The Gweedore Bar“, die zum „Peadar O’Donnells“ gehört, im „Bound for Boston“ oder im „Masons“ sehr gut aufgehoben. Auch das „Sandinos“ in der Water Street kann ich empfehlen. Das Ambiente ist außergewöhnlich und man sollte sich unbedingt mal die Zeit nehmen, die Bilder an der Wand genau zu betrachten und auf die vielen Kleinigkeiten zu achten. Am Freitag und Sonnabends meist Livemusik (Traditionell, Jazz bis Weltmusik) und auch während der Woche legen dort ab und zu die besten DJs der Stadt auf.
Pubs - Bildergalerie
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